Familienzeit in Zeiten von Corona

Mit gemeinsamen Spielen gegen Stress und Konflikte

Ein Beitrag der Beratungsstelle für Eltern , Kinder und Jugendliche der StädteRegion Aachen

Lockdown. Homeschooling. Homeoffice. Wieder alle zu Hause. In diesen Zeiten bedeutet die Organisation des Alltags mit all den Daheimbleibenden eine große Kraftanstrengung, besonders für Familien. Innerhalb der eigenen vier Wände versuchen Eltern ihre schulpflichtigen Kinder zu unterrichten, die Kleinen bei Laune zu halten und ihrer Arbeit am Laptop nachzugehen – oft alles gleichzeitig. Irgendwie. Und am Ende des Tages fragen sich die erschöpften Eltern nicht selten: „Wann gab es heute eigentlich für uns alle einen entspannten Moment, in dem wir etwas Schönes zusammen gemacht haben? In dem wir uns nahe waren?“ 

Stress abbauen durch bindungsorientierte Spiele

Solche Momente sind wichtig, schweißen zusammen und helfen Stress abzubauen. Herbeiführen lassen sie sich beispielsweise durch bindungsorientierte Spiele. Das sind Spiele, die unabhängig von Zeit und Ort ohne besonderes Zubehör durchgeführt werden können. Sie sind weder wettbewerbsorientiert, noch an Regeln gebunden und je mehr dabei gelacht wird, umso besser!! Denn Lachen verbindet. Lachen sorgt für Nähe und Fröhlichkeit bei allen Beteiligten und kann dazu beitragen, die emotionalen Batterien wieder aufzuladen. 

Schon 20 – 30 Minuten tägliche Spielzeit geben Kindern das Gefühl, geliebt zu werden!

„Spiel mit mir, Mama! Spiel mit mir, Papa!“ Dieser Aufforderung ihrer Kinder nachzukommen lohnt sich für Eltern. Schon 20 – 30 Minuten tägliche Spielzeit stillen das Bedürfnis von Kindern nach Bindung und geben ihnen das Gefühl, geliebt zu werden. Nach einer gemeinsamen Spielzeit zeigen sich Kinder häufig kooperationsbereiter und ausgeglichener. 

Die im Folgenden beschriebenen Spiele lassen sich leicht zu Hause umsetzen:

Kissenschlacht

Ein schönes Machtumkehrspiel ist die Kissenschlacht. Dabei täuschen die Eltern vor schwach und ungeschickt zu sein und lassen sich von ihren Kindern bezwingen. Natürlich ohne Gewalt. Je dramatischer die Eltern zu Boden gehen, umso besser!

HOME-SCHOOLING MAL ANDERS

Auch das Homeschooling lässt sich angenehmer gestalten, wenn es für Kinder zu einer spielerischen und erfreulichen Erfahrung wird. Denn Kinder lernen am besten in einem spielerischen Kontext. Bei Aufgaben in Mathe beispielsweise kann es ratsam sein, Dinge aus dem Leben wie Plastiktierchen oder Kekse zur Veranschaulichung heranzuziehen. Vielleicht fällt dem Kind das Auswendiglernen von Städtenamen leichter, wenn es dazu ein Lied erfindet. Und sich zu konzentrieren klappt besser, wenn zwischendurch immer wieder Verschnaufpausen mit Bewegungsspielen eingelegt werden.

SPIEL MIT KÖRPER-KONTAKT

Gerade in dieser Zeit, in der Menschen auf Distanz gehen, ist es umso wichtiger, dass Eltern mit ihren Kindern Körperkontakt aufnehmen, mit ihnen kuscheln und sie liebevoll berühren.

Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Städteregion Aachen

Auch Kinder erleben in diesem Ausnahmezustand der Pandemie Gefühle wie Hilflosigkeit, Machtlosigkeit und Unsicherheit. Solche Gefühle können sich ausdrücken in Gefühlsexplosionen wie Wutausbrüchen oder heftigem Weinen. Sie signalisieren das Bedürfnis des Kindes, seelische Spannungen zu lösen und Auswirkungen der Coronakrise zu verkraften. Hier können Spiele helfen, die Sicherheit vermitteln.

Dafür eignet sich beispielsweise der Huckepackritt, bei dem Eltern ihr Kind huckepack auf den Rücken nehmen und ihm das Kommando überlassen. Durch Antippen der rechten oder linken Schulter weist der Reiter die Richtung. Wenn Eltern die Befehle befolgen, gewinnt das Kind mit der Zeit das Gefühl der Kontrolle über seine kleine Welt zurück.

Zudem ist der Huckepackritt ein Spiel mit Körperkontakt. Gerade in dieser Zeit, in der Menschen auf Distanz gehen, ist es umso wichtiger, dass Eltern mit ihren Kindern Körperkontakt aufnehmen, mit ihnen kuscheln und sie liebevoll berühren. Die Berührung ist das ganze Leben lang von großer Bedeutung und Kinder lieben Spiele mit Körperkontakt. Eltern können zum Beispiel ihre kleinen Kinder auf den Arm nehmen und zu ihrer Lieblingsmusik mit ihnen tanzen. Oder sie spielen „Hoppe Reiter“ und lassen das Kind auf ihren Knien reiten. Älteren Kindern gefällt vielleicht das Spiel „Pizza backen“, bei dem die Eltern auf dem Rücken des Kindes zunächst symbolisch den Teig ausrollen und diesen anschließend mit allerhand Zutaten belegen.

Spielzeit mit Teenies

Und natürlich genießen auch Teenies gemeinsame Spielzeit mit der Familie! Das können gemeinsame Gesellschaftsspiele sein, Brettspiele oder auch mal ein gemütlicher Filmabend.

Weitere Infos und Beratungsangebote

Wer sich weitergehend mit dem Thema befassen möchte, dem sei das Buch „Spielen schafft Nähe – Nähe löst Konflikte“ von Aletha J. Solter ans Herz gelegt.

Für weitere Informationen oder konkrete Fragen zu allen Themen rund um Familie stehen Ihnen die Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche der StädteRegion auch während des Lock-Downs gerne zur Verfügung.

Hier die entsprechenden Kontaktadressen:

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