Schon gewusst… dass es bei uns natürliches Quellwasser gibt, dem sogar heilende Kräfte nachgesagt werden?

Schon gewusst? Das So simmer 1×1: Unter dieser Rubrik liefern wir euch wöchentlich Wissen für Fortgeschrittene rund um Simmerath!

Ja, ihr habt richtig gelesen. Dem natürlichen Quellwasser, das aus dem Heilsteinbrunnen in Einruhr sprudelt, werden heilende Kräfte nachgesagt. So gibt es viele Berichte, in denen sich die Leute nach dem Genuss des Wassers erfrischt und lebendiger fühlten oder sogar Hautleiden angeblich gemildert wurden. Zwar haben Gutachten dem Wasser eine gute Qualität bescheinigt, heilende Kräfte konnten dagegen nicht nachgewiesen werden. So oder so, die Geschichte der Heilsteinquelle ist auch ohne heilende Kräfte sehr interessant.  

Die Heilsteinquelle befindet sich zwischen Einruhr und dem ehemaligen Truppenübungsplatz Vogelsang in einem Waldstück. Dort steht ein Brunnenhaus, wo das Quellwasser aus 52 Metern Tiefe gepumpt und über unterirdische Rohrleitungen bis zum Heilsteinbrunnen nach Einruhr geführt wird. Wann die Quelle entstanden ist, ist nicht bekannt. Funde belegen allerdings, dass sie schon zu Zeiten der Römer genutzt wurde.  Aus dem 18. Jahrhundert weiß man, dass nicht nur die Ortsbevölkerung, sondern auch ein Aachener Arzt das Einruhrer Wasser zur Heilung verschiedener Krankheiten einsetzte. Versuche, das Wasser kommerziell nutzbar zu machen und in Flaschen abzufüllen, scheiterten jedoch über Jahrzehnte hinweg. Ein großes Problem war dabei der schwierige Transport der Flaschen. Nach dem zweiten Weltkrieg verhinderte zusätzlich die militärische Nutzung des Truppenübungsplatzes Vogelsang durch die Belgier die Flaschenabfüllung.

Erst 1967 erlaubten die belgischen Streitkräfte der Gemeinde Dreiborn eine neue Bohrung vorzunehmen. 1972 wurde dann nochmals über eine kommerzielle Nutzung des Wassers nachgedacht, doch die Fördermengen reichten nicht aus und außerdem ging der natürliche Kohlensäuregehalt durch den Transport verloren. In der Folge floss das geförderte Wasser ungenutzt in den Sauerbach. Es folgten Jahre zäher Verhandlungen u.a. mit den belgischen Streitkräften über das Betreten des Truppenübungsplatzes zur Wartung der Quelle. Dem schwierigen Zugang zur Quelle war es dann letztlich auch geschuldet, dass Pläne der Stadt Schleiden, das Wasser für das Kurbad in Gemünd zu nutzen oder der Gemeinde Simmerath, das Wasser abzufüllen, verworfen wurden.

Regelmäßige Qualitätskontrolle

Erst 1999 nahmen die Pläne, das Wasser der Heilsteinquelle zu nutzen, wieder Fahrt auf. Die Bezirksregierung genehmigte den Bau des Heilsteinbrunnens in Einruhr und vier Jahre später konnte im Heilsteinhaus seine Einweihung gefeiert werden. Seit diesem Tag kann jeder der mag, das Wasser am Brunnen kostenlos trinken und abfüllen. Das Wasser wird übrigens bis heute regelmäßig auf seine Qualität kontrolliert.

Wer einmal im Heilsteinhaus ist, sollte auch dem Nationalpark-Infopunkt der Rursee-Touristik einen Besuch abstatten, denn die Mitarbeiter kennen die besten Wanderrouten und Geheimtipps. Auch gibt es auf dem Gelände eine Wanderstation. Ein Wassergarten ist in Planung.

Der Flötenspieler sitzt auf dem Heilsteinbrunnen.

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